Content
10 Oktober 2007, 11:18
GPhone konkretisiert sich
Über das von Google geplante Mobiltelefon, das so genannte GPhone, wurde
schon viel spekuliert. Auch die New York Times tut dies in einem neuen Artikel,
allerdings auf hohem Niveau und mit Verweisen auf die wenigen Fakten, die bisher
über das Projekt bekannt wurden. Aus diesen Informations-Splittern leitet die
Zeitung unter anderem die Aussage ab, dass Googles Vorstoß in die mobile Welt
nicht als Angriff auf das von Apple (iPhone) gerade eroberte Scheibchen des
Mobilfunkmarktes zu sehen ist.
Google scheint vielmehr eine allgemeine Software-Plattform für mobile Geräte
zu entwickeln, die wiederum für Software-Entwicklungen anderer Hersteller offen
sein soll. Die New York Times spricht sogar von einer Übertragung des Open
Source-Modells auf den mobilen Bereich, wobei dieses auf Linux basierende System
mit Microsofts Windows mobile konkurrieren soll.
Die Gerätehersteller müssten in diesem Szenario vermutlich auch keine
Lizenzgebühren an Google zahlen. Ganz im Unterschied zur heutigen Situation, wo
die Hersteller von Smartphones Lizenzgebühren an Microsoft zahlen. Von der
Hardware-Entwicklung, die für Google Neuland bedeuten würde, wäre die
Suchmaschine dann weitgehend unabhängig.
Dafür wäre Google dann in der Lage, diese Geräte beispielsweise mit Browsern
und anderen Software-Produkten auszustatten, mit deren Hilfe wiederum
Werbeeinnahmen erzielt werden könnten. Die Betreiber der Netzwerke würden dieser
Entwicklung zwar wahrscheinlich wenig Sympathie entgegen bringen. Denn damit
würden auch die Möglichkeiten der Einflussnahme dieser Unternehmen auf die
Software und Dienste ihrer Kunden sinken.
Doch die New York Times weist darauf hin, dass sich Google voraussichtlich
auch an der FCC-Versteigerung der Frequenzbereiche im 700 MHz-Band beteiligen
wird. Sollte Google bei dieser Versteigerung erfolgreich sein, so könnte das
Unternehmen entweder selbst als Mobilfunk-Anbieter auftreten, oder die
Frequenzen unter Auflagen an andere Carrier abgeben.
So oder so würde es durch diesen Vorstoß möglich, das "mobile Internet" dem
Status quo des PC basierten Internet anzupassen. Und das würde in erster Linie
mehr Freiheit auf Seiten der Betreiber bedeuten, die weniger abhängig von den
Vorgaben beziehungsweise der Gnade der Netzwerk-Betreiber abhängig wären.
Allerdings sollte man sich auch darauf einstellen, dass diese Freiheit ihren
Preis haben wird. So scheint es nicht unwahrscheinlich, dass Google auch in
diesem Umfeld erhebliche Eingriffe in die Privatsphäre der Benutzer beabsichtigt.
Doch das geschieht natürlich nur dem Zweck der Verbesserung der Google-Services.
Etwa dann, wenn Google zukünftig in privaten Gesprächen oder Mails "content
sensitive" Hinweise auf Produkte sammelt und dann dem Benutzer eine Liste von
lokalen Händlern samt Anfahrtsskizze liefert, bei denen diese Produkte
erhältlich sind. Etwa nach dem Motto: "Google weiß immer, wo Sie sind und was
Sie wünschen". Dagegen wäre doch nichts zu sagen, oder doch? [01] [02] [03] [04] [05] [06] [07] [08] [09] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29] [30] [31] [32] [33] [34] [35] [36] [37] [38] [39] [40] [41] [42] [43] [44] [45] |