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17 September 2007, 04:05
"Netz-Neutralität"
Die für Wettbewerbsfragen zuständige
Abteilung des US-Justizministeriums warnt vor der Einführung neuer Gesetze,
die der Aufrechterhaltung der so genannten
Netz-Neutralität dienen sollen. Solche Gesetze könnten nach Meinung des
Ministeriums dazu führen, dass die Betreiber von Breitband-Netzwerken das
Interesse am Ausbau ihrer Infrastruktur verlieren.
Die Stellungnahme des Ministeriums richtet sich an die Aufsichtsbehörde FCC,
bei der das Für und Wider eines solchen Gesetzesentwurfs diskutiert wird. Große
Internet-Unternehmen wie eBay und Google haben sich für solche Gesetze
ausgesprochen und warnen vor der Entstehung eines Zwei-Klassen-Netzes, in dem
zahlende Informationsanbieter bevorzugte Behandlung erfahren.
Telekom-Unternehmen wie AT&T und Verizon sprechen sich gegen solche Gesetze
aus und wollen die genannten großen Unternehmen gerne zur Kasse bitten, weil sie
ihrer Meinung nach die Netze auch in besonders hohem Maße in Anspruch nehmen.
Folgt man allerdings der tatsächlichen Verteilung der Lasten im Datenverkehr,
so müssten wahrscheinlich insbesondere Video-Dienste wie YouTube und die
Benutzer von Peer-to-Peer Netzwerken zur Kasse gebeten werden. Denn diese
Dienste machen nach Darstellung verschiedener Analysen den größten Teil des
Datenverkehrs im Internet aus.
Wird die Gleichbehandlung der Daten-Pakete im Internet also nicht gesetzlich
geschützt, wäre möglicherweise mit einer Verlangsamung bestimmter Nutzungsformen
und Angebote zu rechnen. Ginge es nach dem Willen der Netz-Betreiber, so wären
Internet-Unternehmen zur Zahlung verpflichtet, wenn ihre Daten besonders schnell
zum Verbraucher gelangen sollen.
Die zwangsläufige Folge solcher Gebühren wäre es, dass ein anderer Teil des
Web-Angebotes - beziehungsweise der Protokolle oder des Datenverkehrs allgemein
- nachrangig behandelt würde. Die Sachverständigen des Justizministeriums als
auch der FCC sind allerdings der Ansicht, dass der freie Wettbewerb eine solche
Entwicklung verhindern würde. Bisher sei es ja auch nicht zu einer solchen
Entwicklung gekommen.
Allerdings hat die Aufsichtsbehörde es beispielsweise bei der Übernahme von
Bell South durch AT&T im vergangenen Jahr zur Auflage gemacht, dass im
Breitband-Netz von AT&T bis 2008 die Grundsätze der Netz-Neutralität eingehalten
werden. Solange also einer der größten Anbieter der USA sich zwangsweise an
diese Gleichbehandlung halten muss, können andere Unternehmen nur schwer den
Einstieg in eine Praxis nehmen, die vom Verbraucher vermutlich als Nachteil
wahrgenommen wird.
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