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17 September 2007, 04:26
Widget - Million Dollar
Jetzt soll’s ans Geldverdienen gehen: Social Netzwork-Sites finden per „Widgets“
den Weg zum eCommerce. Den Widgets, kleinen Anwendungen, die sich einfach in
persönliche Homepages integrieren lassen, wird eine große Zukunft
vorhergesagt. Oder ist das doch wieder alter Wein in neuen Schläuchen?
Richtig große Aufmerksamkeit hat die ganze Widget-Sache durch die bekannten
Social Network-Sites bekommen: Facebook öffnet die Plattform für
Widget-Entwickler. MySpace kauft für 300 Mio. US$ die Photobucket-Community,
die es so einfach macht, Fotos und Videos in die eigene Site zu integrieren.
Und wenn dann auch noch Google mit einem Wettbewerb für Widget-Entwickler an
die Öffentlichkeit geht – dann muss doch was dran sein an dem Gerücht, dass
Wigdets die nächste Goldgrube im eCommerce sind.
Die kleinen Software-Schnipsel werden gern genutzt, wenn es darum geht,
den persönlichen Seiten beim Social-Networking oder im Blog mehr
Funktionalitäten zu verschaffen. Drag and Drop macht’s möglich, ein kleines
Fenster einzubinden, den Wetterbericht oder auch den Lieblings YouTube-Clip
anzubieten – ohne viel Aufwand.
Dass das mehr ist als eine jugendliche Mode, zeigen die Zahlen von
comScore. Die Marktforscher haben im April einen neuen Service (“Widget
Metrix”) aufgesetzt, um die Nutzung von Widgets zu messen. Die Analyse der
Top-Ten Web-Widgets weltweit zeigt eine eindeutige Favoritenposition für die
Fotoangebote. Im April 2007 lag Slide (http://www.slide.com)
mit mehr als 117 Millionen unique Nutzern an der Spitze. 13,8 Prozent der
weltweiten Internetnutzer besuchten die Site. Rock you (http://www.rockyou.com)
erreichte 82 Millionen, Picture Trail (http://www.picturetrail.com)
31 Millionen und Photobucket (http://www.photobucket.com)
28 Millionen. Darüber hinaus zeigen sich die Experten überzeugt, dass die
Strategie von Facebook hinsichtlich der Öffnung für Widget-Entwickler in den
kommenden Monaten nachhaltig wirken werde.
Was hat das Ganze mit eCommerce zu tun? Wenn es nach Meinung zahlreicher
Experten geht, könnten Widgets idealerweise als Schaufenster eingesetzt
werden und passende Anzeigen präsentieren. Oder auch direkt verkaufen:
Random House Inc. hat ein Widget, das ohne Umwege zur Neuerscheinung im
Online-Shop führt.
Kommt Ihnen das jetzt irgendwie bekannt vor? Richtig: Affiliate- oder
Partnerprogramme funktionieren ähnlich – und das schon seit einigen Jahren.
Mehr oder weniger erfolgreich. Wirklich gut haben das die Spezialisten von
Amazon gemacht, die quasi schon immer auf einer Vielzahl von kleinen und
kleinsten Sites verkaufen – und den jeweiligen Anbietern eine Provision
zahlen.
Aber es gibt einen Unterschied, der für den Erfolg entscheidend sein
könnte: Social Networking. Die verschiedenen bekannten Plattformen liefern
die kritische Masse an potentiellen „Verkaufspartnern“. Marc Andreessen wird
dazu in der Business Week zitiert: "Concepts are now able to spread on a
million Web sites. It's super exciting because you can get huge scale very
quickly. The big widgets have the potential to become the new networks."
Ein bisschen Skepsis bleibt (nicht nur bei mir) dennoch. Wahrscheinlich
resultiert sie aus der “app tiredness”, der Applikations-Müdigkeit, wie sie
in zahlreichen Blogs diskutiert wird. Es wird allmählich schwierig, die
„richtigen“ Widgets auszuwählen. So steht am Ende wieder einmal die
Lotto-Schlussfolgerung: Ein Millionen-Dollar-Regen ist für die wenigsten zu
erwarten.
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