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17 September 2007, 03:34
eCommerce boomen
Die Umsatzzahlen – im Großen und Ganzen – können sich wirklich sehen lassen. In
der aktuellen Untersuchung von eMarketer zum Europäischen Markt liest sich das
so: Vergangenes Jahr wurden in Europa online Umsätze in Höhe von insgesamt 106
Mrd. Euro erzielt – und zwar mit Waren und Dienstleistungen, Reisen,
Veranstaltungstickets und digitalen Downloads. Auch die angenommene
Wachstumsrate erreicht mit 25 Prozent ein ansehnliches Niveau. In der Konsequenz
heißt das nämlich, dass sich die Umsätze in den nächsten vier Jahren
verdreifachen werden. Im Jahr 2011 werden dann 323 Mrd. Euro erreicht.
Etwa 72 Prozent dieser Summe entfallen auf drei Länder: Großbritannien,
Frankreich und Deutschland. Auch wenn die Briten den größten Teil einfahren (allein
in diesem Jahr sollen „ihre“ Umsätze bei 42 Mrd. GBP gleich 62 Mrd. Euro liegen)
und eine noch stolzere Wachstumsrate von 39 Prozent erreichen sollen, wird
sicherlich für die deutschen Online-Händler ein beachtliches Stück vom
Umsatzkuchen erreichbar sein.
Oder sind vielleicht die deutschen Bezahlverfahren den britischen unterlegen,
die britischen eShopper weniger ängstlich? Das scheint nicht so zu sein. So
schreckt zum Beispiel möglicher Kreditkartenmissbrauch hunderte von kleinen und
mittelständischen Unternehmen vom Online-Verkauf ab, berichtet die britische
Federation of Small Businesses (FSB). Dementsprechend niedrig sei die Zahl der
Unternehmen, die aktiv im Internet verkaufen. Lediglich 18 Prozent seien
engagiert. Und 19 Prozent seien besorgt wegen möglichen Kreditkartenbetrugs –
auch wenn nur sechs Prozent tatsächlich schon eigene Erfahrungen damit gemacht
haben.
Eins scheint aber klar: Sicherheitsbedenken kosten Geld. Die Analysten von
Gartner beziffern den Verlust, der so in den USA 2006 für den eCommerce entstand,
auf knapp 2 Mrd.US$. Genauer gesagt: 913 Mio. US$ gehen verloren, weil die
US-eShopper Bedenken entwickeln. Und die andere Milliarde wird von denjenigen
nicht ausgegeben, die sowieso aus Angst vor Betrug nicht online einkaufen.
Für Deutschland belegt eine Umfrage von Novomind ähnliches: Rund zwei Drittel
der eShopper habe bereits einmal eine Bestellung abgebrochen, weil ihnen der
besuchte Shop nicht seriös genug erschien.
Und auf der anderen Seite: Online-Händler haben auch Angst. Bestellt, geliefert,
aber nicht bezahlt, heißt ihr Schreckbild. Für sie ist die Kreditkarte ein sehr
verlässliches Zahlungsmittel – auch weil die Chargeback-Quote laut aktuellem
Pago Report („Trends im Kauf- und Zahlverhalten in den relevanten
eCommerce-Branchen“) im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert von weniger als
0,09 Prozent gesunken ist. Für das elektronische Lastschriftverfahren, das von
den eShoppern am meisten geschätzt wird, liegt das Händlerrisiko mit knapp drei
Prozent Rücklastquote deutlich höher.
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